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... innovative Startups im Interview

15.05.2017 / von energieloft, Florian Feuer

METR ist das Startup der Woche 20! METR ermöglicht intelligente Mietshäuser durch IoT.

Während lange Zeit private Hauseigentümer im Fokus neuer digitaler Produkte und Dienstleistungen standen, hat sich dies spätestens seit dem Aufkommen von Mieterstrom geändert. Wohnungsbaugesellschaften und Versorger entdecken Mietwohnungen und deren Mieter als attraktives Geschäftsfeld für neue Services. Das Startup METR aus Berlin positioniert sich in diesem Wachstumsmarkt als Technologieanbieter. Frau Dr. Franka Birke hat uns im Interview mehr über METR verraten. Franka, Danke, dass du dir die Zeit nimmst.
Franka, zum Einstieg, wie kann man METR in einen Satz fassen?

Kein Problem: METR ist der Technologiepartner und strategische Begleiter für die Wohnungswirtschaft in den Bereichen Digitalisierung, Energie und TGA.

Auf welche Technologie baut ihr im Kern auf?

Wir bauen ein lokales IoT-Netzwerk für Mietwohnhäuser, das mit mehreren Funk-Standards des Internet der Dinge (IoT) kompatibel ist. Das System ermöglicht die Verknüpfung verschiedener technischer Systeme im Mietwohnhaus, so dass ein Austausch zwischen diesen Systemen ermöglicht wird (Interoperabilität). Hauptfunktion des IoT-Netzwerks ist es, digitale Anwendungen über ein zentrales System zu verbinden und zu steuern. Das System ist sparten- und herstellerübergreifend.

Wir starten mit der Implementierung eines intelligenten Systems für Heizkostenabrechnung (Submetering): Zähler diverser Messgerätehersteller (z.B. Heizkostenverteiler im Falle der Heizkostenabrechnung) werden im IoT-Funknetzwerk integriert und dadurch wird eine automatisierte Fernauslese möglich. Ad-hoc Anfragen sowie eine bequeme Fernüberwachung und -verwaltung von Geräten werden ebenso möglich. Eine sich anschließende Online-Abrechnung kann jederzeit durch das ausgewählte Abrechnungstool über definierte Schnittstellen ausgeführt werden.

Man hört mittlerweile ja immer öfter von Internet of Things-Plattformen. Kannst du die Vorteile eurer Technologie herausstellen?

Kompatibilität und Interoperabilität digitaler Produkte sind heutzutage eine der großen Herausforderungen des IoT. Durch ein offenes und modular aufgebautes Kommunikationssystem für Mietwohnhäuser schafft es METR, diese Herausforderung anzugehen.

Kernaspekt unserer Innovation ist der Ansatz “Konnektivität für alles” statt “ein Gerät für alles”. Unsere neue Kommunikationsinfrastruktur für Mietwohnhäuser ermöglicht die Konnektivität und Interoperabilität unterschiedlicher technischer Systeme und Funktechnologien des IoT, unabhängig von den diversen technologischen Spezifikationen der Hersteller. So muss der Vermieter sich zukünftig nicht mehr für eine Technologie eines Herstellers entscheiden. Durch die umfassenden Konnektivitätsmöglichkeiten und die Erschwinglichkeit des Systems erzielt METR die Demokratisierung der neuen Technologie IoT explizit für die Wohnungswirtschaft.

Unser IoT-Netzwerk schafft die Voraussetzung für diverse Applikationen im Bereich Intelligentes Gebäude, beispielsweise im Bereich Betriebskostenabrechnung, altersgerechtes Wohnen, sowie weitere neue Leistungsangebote und Geschäftsmodelle für Wohnungsbaugesellschaften oder auch Stadtwerke. Ebenso sind Applikationen im Bereich Smart Home möglich, d.h. langfristig kann auch die Mieterschaft diese Infrastruktur nutzen. Das System stellt also die Grundlage für die zukünftige, schrittweise Digitalisierung der Hausverwaltung und anderer Bereiche der Wohnungswirtschaft dar.

Das hört sich gut an. Mit welchen konkreten Angeboten wollt ihr Erlöse generieren?

Das Geschäftsmodell der METR basiert auf dem Vertrieb von Hardware aus dem Bereich der Sensorik, Aktorik und Kommunikationstechnologie sowie der zukünftig weiter wachsenden IT-Infrastruktur zur Übermittlung, Verwaltung, Verarbeitung und Nutzbarmachung von Daten. Letztere wird durch Service Anwendungen (Software-Tools) als auch durch Bereitstellung von technischen Schnittstellen zu anderen Anbietern realisiert. Damit ist METR nicht nur Gerätelieferant, sondern ein Systemintegrator und strebt die Funktion des Service-Aggregators an, der unterschiedliche Dienste und Anwendungen verknüpft.

Welche Kundengruppen sprecht ihr mit eurem Angebot an?

Unsere Kunden sind kommunale und private Wohnungsbaugesellschaften und Hausverwaltungen, aber auch Stadtwerke, die im Bereich Submetering aktiv sind und Mehrwertdienste anbieten.

Wir unterstützen bei der Digitalisierung der Bewirtschaftung von Wohnraum und bieten digitale Dienstleistungen für Mieter und Vermieter an.

Alles klar und wo steht ihr gerade bei eurer Entwicklung?

Wir befinden uns in der finalen Verhandlung mit einer großen Wohnungsbaugesellschaft aus Berlin zu einer Entwicklungspartnerschaft sowie Mitten in der Entwicklung eines Prototypen unseres Produktes und Softwaretools. Dafür haben wir gerade unser Entwicklungsteam aufgestockt.

Seed-Phase (vor Gründung)
StartUp-Phase (Unternehmensgründung)
Go-to-market (Markteinstieg)
Growth-Phase (Wachstumsphase)
Later-Stage

Franka, vielen Dank für das ausführliche Gespräch. Ich bin mir sicher, dass ihr auf einem guten Weg seid. Alle, die Interesse an einem konkreten Projekt mit euch haben, empfehlen wir, einen Blick in den Projektmarktplatz zu werfen.



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