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... innovative Startups im Interview

05.06.2017 / von energieloft, Florian

nevisQ ist das Startup der Woche 23. Mit intelligenten Sensoren ein smarteres Leben für die ältere Generation.

Beim Thema Smart Home denken viele an das moderne Zuhause einer gut situierten jungen Familie. Ein großer Markt für derartige Produkte wird dabei aber außer Acht gelassen: Gerade für ältere Menschen bieten neue Technologien aus dem Bereich Smart Home die Chance, sicherer und auch länger in den eigenen vier Wänden zu leben. Für diesen Anwendungsbereich hat das Startup nevisQ aus Aachen eine innovative Technologie entwickelt. Dennis Breuer, einer der vier Gründer, hat uns Rede und Antwort gestanden.
Guten Morgen Dennis, zum warm werden: Wie lautet euer Elevator Pitch in nur einem Satz?

nevisQ entwickelt ein intelligentes Sensorsystem für Pflegeeinrichtungen zur diskreten Raumüberwachung, insbesondere zur Sturzerkennung und Sturzprophylaxe.

Sehr spannend, kannst du uns die Technologie etwas näher bringen?

Durch die Installation unserer unauffälligen Sensorleisten in den Räumen eines Bewohners eines Pflegeheims werden Stürze und gefährliche Situation in Echtzeit der Pflegekraft mitgeteilt. Das Besondere daran, die Bewohner müssen weder etwas bei sich tragen noch einen Notruf selber aktiv auslösen.
Beispielsweise wird insbesondere nachts der Pflegekraft mitgeteilt, sobald eine Person aus dem Bett aufsteht. Zeitgleich wird das Licht im Raum eingeschaltet, damit sich die ältere Person sofort orientieren kann. Damit wird das Sturzrisikio erheblich reduziert.
Neben der Echtzeit-Überwachung erkennen unsere intelligenten Algorithmen Abweichungen in der persönlichen Routine eines Bewohners. Ist eine ältere Person plötzlich nicht mehr so aktiv wie zuvor und verbringt die meiste Zeit im Bett, so wird die Pflegekraft über die Verhaltensänderung benachrichtigt.
Zukünftig wird ebenfalls das Schrittbild einer Person analysiert, um beispielsweise ein plötzlich auftretendes Hinken zu detektieren. Darüber hinaus wird das Gangbild einer Person mit dem eines Sturzpatienten verglichen. Falls ein ähnliches Muster erkannt wird, können präventive Maßnahmen durch das Pflegepersonal eingeleitet werden.

Okay, alles klar! Habt ihr euch eure Technologie bereits schützen lassen und wo siehst du eure Stärke gegenüber anderen Lösungen wie z.B. dem klassischen Hausnotruf?

nevisQ's Sensorleisten sind in Europa zum Patent angemeldet.
Im Vergleich zu existierenden Lösungen auf dem Pflegemarkt überzeugen die Sensorleisten vor allem durch die Unabhängigkeit und der Diskretion. Die ältere Person muss weder etwas bei sich tragen noch einen Alarm selber auslösen, denn durch die unaufälligen Sensorleisten sind sie jederzeit in einer sicheren Umgebung.

Wie gestaltet sich euer Geschäftsmodell?

Der Preis für unsere Lösung setzt sich zum einen aus einem einmaligen Kaufpreis für die Sockelleisten/Sensorleisten und zum anderen einer monatlichen Gebühr für jeden Raum zusammen.

Habt ihr einen anfänglichen Fokus beim Vertrieb eurer Lösung?

Wir werden unsere Lösung im ersten Schritt in der stationären Altenpflege einsetzen und adressieren damit einen stark wachsenden Markt.

Hört sich sinnvoll an. Wo steht ihr gerade im Prozess eure Technologie in den Markt zu bringen?

Aktuell haben wir unsere Lösung im ersten Pflegeheim eingesetzt und testen die Funktionen in einer realen Umgebung. Zwei weitere Heime werden in den nächsten Monaten folgen.
Zuletzt wurden wir auf der Leitmesse der Pflegewirtschaft, der Altenpflege 2017, als Gewinner der Startup Challenge im Bereich Pflege & Therapie ausgewählt. Diese Auszeichnung macht uns besonders stolz, da wir von einer Expertenjury ausgewählt worden sind. Darüber hinaus sind wir in Gesprächen mit Vertretern aus unterschiedlichen Industrien über weitere Einsatzgebiete unserer Technologie und sind immer offen für weitere Ideen.

Seed-Phase (vor Gründung)
StartUp-Phase (Unternehmensgründung)
Go-to-market (Markteinstieg)
Growth-Phase (Wachstumsphase)
Later-Stage

Dennis, herzlichen Dank für dieses spannende Interview. Wir wünschen euch maximalen Erfolg für die Zukunft. Wie in eurer Projektidee beschrieben, seid ihr nicht nur an Kooperationen mit Pflegeheimen, sondern auch mit Energieversorger interessiert.



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