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... innovative Startups im Interview

07.08.2017 / von energieloft, Florian Feuer

pixolus ist das Startup der Woche 32. Nie mehr Fehler beim Ablesen des Zählers.

Jedes Jahr müssen Millionen Strom-, Gas- und Wasserzähler ausgelesen werden. Durch Ablesefehler und das Eintragen in Papier- oder Onlineformulare verursacht dieser Prozess hohe Kosten. Pixolus will mit seiner Technologie Abhilfe schaffen. Wie das funktioniert, hat uns Gründer Stefan Krausz im Interview verraten.

Hallo Stefan, wie würdest du euch kurz und knapp vorstellen?

pixolus macht Smartphones zu mobilen Scannern: Wir nutzen die Kameras von Smartphones zur Datenerfassung.

Sehr interessant, kannst du die Funktionsweise eurer Technologie erläutern?

Heutzutage haben Smartphones und Tablets sehr gute Kameras und Prozessoren. pixolus nutzt daher Kameras, um Daten wie Zählerstände zu digitalisieren. Mit Hilfe von Machine Learning und einer riesigen Fotodatenbank haben wir unseren Algorithmen beigebracht, wie mechanische und LCD-Zählwerke und vor allem die einzelnen Ziffern aussehen. pixometer funktioniert schnell, einfach und zuverlässig und schafft Transparenz: Erstens werden Zähler per Barcode-Reader eindeutig erkannt, zweitens werden Zählerstände ohne lästiges Eintippen korrekt erfasst und drittens steht allen Beteiligten ein Belegfoto des kompletten Zählers zur Verfügung. Interessenten können unsere Zählerstandserfassung per Kamera anhand der App pixometer (http://pixometer.io/) testen: Der jeweilige Zählerstand wird auf dem Smartphone digitalisiert und dabei sogar laut vorgelesen. Die gleiche Technik kann in Kunden-Apps (dies hat z.B. Yello mit der „kWhapp“-App gemacht) und Workforce Management-Tools von Ablesern integriert werden. Wir wenden uns aber nicht nur an Energieversorger, sondern auch an Privatleute, Vermieter und Gewerbetreibende sowie Facility- und Energiemanager, die regelmäßig Zählerstände erfassen. Bis zu fünf Zähler sind in der pixometer-App kostenfrei enthalten. Wer mehr Zähler verwalten will, kann sich ganz bequem weitere über unseren Webshop unter http://pixometer.io/ hinzubuchen. Über das Webportal können Nutzer auch Zählerlisten im Excel-Format importieren oder die Ableseergebnisse mit Zählerstand, Zählerfoto, Ablesedatum/Uhrzeit exportieren.

Warum seid gerade ihr die richtigen für eine derartige Lösung?

Im Team von pixolus haben wir ein sehr hohes theoretisches und praktisches know-how zu Bilderkennungsthemen - die meisten Teammitglieder haben sich schon in Studium und Promotion sehr intensiv mit Bilderkennungsthemen beschäftigt und danach in Industrieunternehmen Praxiserfahrung gesammelt. Wir haben dann vor 2,5 Jahren pixolus gegründet und uns auf Bilderkennung per Smartphone/Tablet spezialisiert. Wir verwenden keine Standardlösungen, sondern entwickeln Bilderkennungssoftware speziell für die Bedarfe unserer Kunden. Hier kommt unsere zweite Kompetenz ins Spiel: Das Machine Learning. Wir haben auf Basis einer großen Fotodatenbank die Zählerstandserfassung für Zähler entwickelt. Das Ergebnis ist eine sehr zuverlässige Erkennung auch von ganz unterschiedlichen Zählertypen auch bei schwierigen Lichtverhältnissen (insbesondere Reflektionen) und Aufnahmeabständen und -winkeln. Heute können die im Markt vorhandenen Strom-, Gas- und Wasserzähler mit mechanischer und elektronischer Anzeige erfasst werden; unsere Software funktioniert auch auf Spezialfällen wie mechanischen Doppeltarifzählern (HT, NT) oder elektronischen Zählern mit rollierender Anzeige (OBIS-Codes). Außerdem haben wir die nötige Kompetenz, um selbst Apps mit Bilderkennungssoftware zu bauen. Natürlich entwickeln wir auch Bilderkennungslösungen für andere Branchen wie Industrie, Handel, Logistik oder Gesundheit, bei denen die Buchstaben und Ziffern von Typenschildern, Artikel- und Seriennummern erfasst werden sollen.

Und wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

Wir bieten Energieversorgern und deren Softwareherstellern unsere Zählerstandserfassung als Software Development Kit (SDK) zur Integration in Ablesesoftware und Apps an: Die Jahreslizenz richtet sich nach der Anzahl Zählpunkte (Workforce Management) bzw. installierter Apps (Kunden-Apps). Im Preis sind auch Updates mit Verbesserungen und Weiterentwicklungen enthalten. Bei unserer cloudlbasierten Komplettlösung können sich Nutzer über das pixometer Webportal (https://pixometer.io/portal) selbst die Anzahl Zähler buchen, die sie mit unserem Ablese-Tool verwalten wollen. Außerdem bieten wir auch die komplette Entwicklung von Apps sowie Consultingleistungen zu den Themen Bilderkennung, Machine Learning und Data Mining an. Wir bieten also nicht „nur“ ein SDK an, sondern wirken entscheidend mit bei der Software- und Systemintegration, um die Datenprozesse nahtlos aufzusetzen.“

Kannst du noch mal umreißen, welche Kundengruppen ihr mit eurer Lösung adressiert?

Nun, pixometer hilft all denen, die Zählerstände regelmäßig erfassen müssen oder wollen. Dies betrifft millionenfach sowohl die Erfassung durch Ableser als auch die Kundenmeldung an Versorger und Netzbetreiber. Anlässe sind die Turnusablesung, Ein- und Auszüge oder Zählerwechsel. Gerade beim Ausbau alter Zähler ist es natürlich besonders wichtig, den Zählerstand korrekt zu erfassen und per Belegfoto zu dokumentieren, bevor der ausgebaute Zähler verschrottet wird. Insofern gibt es sogar gerade beim Smart Meter-Rollout erhöhten Bedarf für den Einsatz unserer Technik. Auch die Wohnungswirtschaft und Privatvermieter für Nebenkostenabrechnungen und Gewerbetreibende mit regelmäßigem Energiecontrolling sind interessante Kundengruppen für uns. In vielen Ländern werden Zähler häufiger als in Deutschland abgelesen, teilweise sogar monatlich. Daher sehen wir weltweite Einsatzfelder für unsere Technik.

Wo steht ihr mit eurem Unternehmen?

Mit unserer Lösung für die Energiewirtschaft sind wir schon seit einiger Zeit am Markt und konnten seitdem zahlreiche Kunden gewinnen. Diese nutzen unsere Technologie sowohl in eigenen Workforce Management-Lösungen (WFM) als auch in B2C-Apps. Parallel erreichen uns Anfragen für spezielle OCR- bzw. Bilderkennunganwendungen jenseits der Energiewirtschaft – von Industrie über eHealth bis hin zu Handel und Warenwirtschaft. Darüber hinaus entwickeln wir fortlaufend weitere Eigenprodukte. Nach pixometer haben wir uns den nervigen IBAN angenommen und mit pixiban eine OCR speziell für die kinderleichte Eingabe der ellenlangen Kontonummer per Scan entwickelt. Auch pixiban kann in Form der gleichnamigen App (iOS) kostenlos für Überweisungen am iPhone sowie am Mac genutzt werden. Die Technik darin stellen wir z.B. für Banking- & Payment-Apps bereit.

Seed-Phase (vor Gründung)
StartUp-Phase (Unternehmensgründung)
Go-to-market (Markteinstieg)
Growth-Phase (Wachstumsphase)
Later-Stage

Stefan, vielen Dank für die Vorstellung eures Unternehmens und weiterhin viel Erfolg bei der Digitalisierung von Ableseprozessen.



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