energieloft Blog...

... innovative Startups im Interview

04.09.2017 / von energieloft, Chris

powerfox ist das Startup der Woche 36. powerfox, ein Plattform-Geschäftsmodell für Smart Meter Daten.

Ob durch Rollout, intelligente Prosumerkonzepte oder Strom-Communities, Smart Meter sind im Kommen. Doch während über den Einsatz als technische Komponente Klarheit herrscht, suchen viele noch nach wertschöpfenden Services und validen Geschäftsmodellen durch die erhaltenen Daten. Ein Grund dafür ist die Komplexität von datengetriebenen Geschäftsmodellen und ihren Plattformen, welche sich überall im Markt wiederfinden lässt. So ist unter diesen Geschäftsmodellen eine „Trennung“ von Leistungen, Wertschöpfungen und Einnahmen gängig, weiter muss häufig ein einzelnes Produkt verschiedenste Zielgruppen (oft B2B & B2C) wertschöpfend vernetzen. Einige Startups stellen sich dieser Herausforderung in der Energiewirtschaft, darunter auch die power42 GmbH unter der Marke powerfox. Geschäftsführer Timm Beyer wird uns im Interview mehr über ihren Plattformansatz verraten.
Hallo Timm, wie stellst du powerfox in einem Satz vor?

powerfox macht Energiedaten verfügbar – kostengünstig und in Echtzeit. Das Konzept: eine Kombination aus Energiedaten-App, Datenplattform und kostengünstigem Sendemodul für moderne Messeinrichtungen.

Interessant, wie genau funktioniert die Verbindung eurer Energiedaten-App, Datenplattform und Messdaten-Sendemodulen?

Das Ziel von powerfox ist es, gemeinsam mit Messstellenbetreibern Energiedaten digital verfügbar zu machen. Mit der powerfox Plattform etablieren wir einen "App Store" für Energie Services. Drittanbieter können über eine offene Plattform neue, innovative Services auf Basis der powerfox Daten entwickeln und anbieten. Partner sind Messstellenbetreiber, die in Zukunft abrechnungsrelevante Daten komplett digital erhalten. Energieversorger, die verbrauchsabhängige Tarife anbieten können. Serviceanbieter, die kostengünstige PV Monitoringlösungen ohne zusätzliche Hardware oder Disaggregation Services zur Identifizierung von Stromfressern im Angebot haben. Bis hin zu Unternehmen, die bedarfsgerecht Angebote für energieoptimierte Geräte machen können. Hierzu rüstet der Messstellenbetreiber die moderne Messeinrichtung mit einer Zusatzhardware, der powerbox, aus. Der Kunde greift dann einfach und bequem über eine Smartphone App auf seine Zählerdaten zu.

Das ist wirklich ein sehr breites Spektrum, euer System bezieht viele Zielgruppen mit ein. Besonders der Aspekt einer offenen Plattform, auf der Drittanbieter über powerfox-Daten entwickeln und anbieten können, gefällt mir besonders. Mit deiner guten Beschreibung hast du meine nächste Frage fast vorweggenommen. Was würdest du als euren USP in den Vordergrund stellen?

Wir bieten einen Weg für den kosteneffizienten und rechtskonformen Aufbau einer Infrastruktur für digitale Services im Rahmen des Smart Meter Rollouts. Unsere Technik wurde bereits erfolgreich getestet und ist direkt einsetzbar.

Wie du zuvor geschildert hast, geht ihr verschiedene Zielgruppen an. Resultieren daraus verschiedene Geschäftsmodelle, die sich an den jeweiligen Bedürfnissen orientieren? Wenn ja, welche kombiniert ihr für eure Wachstumsstrategie?

Das stimmt, wir kombinieren verschiedene Geschäftsmodelle, immer angepasst an die Zielgruppe. Erstens bieten wir den Einsatz der powerfox-Lösung als Enabler für grundzuständige/wettbewerbliche Messstellenbetreiber bzw. Netzbetreiber, die powerfox im Zuge des Smartmeter Rollouts „mit ausrollen“ und sich durch neue Serviceangebote für den Kunden differenzieren wollen. Erste Kunden des Messstellenbetreibers für diesen Service können Kommunen oder Filialisten sein, die eine möglichst transparente und zeitnahe Übersicht zum Energieverbrauch ihrer verschiedenen Liegenschaften bereitgestellt bekommen. Die zweite Zielgruppe sind innovative neue Service-Anbieter oder Energievertriebe, die powerfox als Grundlage für ihr Angebot benötigen (und verkaufen). Zuletzt gehen wir Wohnungsbaugesellschaften und Area-Netz Betreiber an, die die Rolle des Messstellenbetriebs selbst übernehmen, um im ersten Schritt ihre internen Prozesskosten zu optimieren.

Auf welchen Markt oder Märkte fokussiert ihr euch?

Zielkunden sind neben jedem Energieverbraucher vor allem Netzbetreiber bzw. Messstellenbetreiber, die ihren Smart Meter-Kunden volle Transparenz über ihre Energiedaten bieten möchten sowie Anbieter von Mehrwertdiensten, die auf Zählerdaten aufsetzen.

Timm, in welcher Phase eurer Entwicklung und des Markteinstiegs seht ihr euch?

Unser Produkt steht. Unsere Teams in den Bereichen App-Entwicklung, Algorithmenentwicklung und Hardware arbeiten auf Hochtouren an der Weiterentwicklung der Funktionen. Mehrere Pilotprojekte sind in der konkreten Planung.

Seed-Phase (vor Gründung)
StartUp-Phase (Unternehmensgründung)
Go-to-market (Markteinstieg)
Growth-Phase (Wachstumsphase)
Later-Stage

Timm, vielen Dank für das sehr interessante Interview. Ich bin mir sicher, viele unserer Leser stellen sich im Bereich Smart Meter die Fragen, die ihr versucht zu beantworten. Euer Interesse an weiteren Projektpartnern habt ihr ja auch als Projektidee im Projektmarktplatz hinterlegt. Ich wünsche euch einige fruchtbare Kontakte.



Zur Projektidee Zur Webseite