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... innovative Startups im Interview

02.10.2017 / von energieloft, Florian Feuer

ambiHome ist das Startup der Woche 40. Das individuelle Smart Home wird Plug & Play.

Ein Zuhause, welches Lichter, Jalousien und die Heizungsanlage im Zusammenspiel mit den eigenen Präferenzen und dem eigenen Verhalten intelligent steuert, ist für viele zweifelsohne attraktiv. Bei der Umsetzung muss jedoch oft festgestellt werden, dass zwar Smart Home-Systeme oder auch einzelne Funktionskomponenten zahlreich verfügbar sind, diese jedoch die gewünschte individuelle Intelligenz nur mit viel Anpassungsaufwand erhalten. Roman Wienert hat sich mit dem Startup ambiHome auf den Weg gemacht, um dieses Problem zu lösen. Wir wollten mehr darüber erfahren, wie Smart Home endlich Plug & Play wird.
Roman, herzlichen Dank, dass du ambiHome bei Energieloft vorstellst. Zum Einstieg: Wie stellst du euer Startup in einem Satz vor?

Sehr gerne, Florian. ambiHome bringt die erste Smart Home Plug & Play Gesamtlösung für den Massenmarkt an den Start - einfach, preiswert und auf dem KNX-Standard basierend.

Okay, warum ist Plug & Play so wichtig und wie ermöglicht ihr dies mit eurer Technologie?

Die heutige Problematik aller Smart Home Systeme: Egal ob der Bauherr eine Funk- oder kabelgebundene Systemlösung erwirbt, er erhält „smarte“ Produkte (Lampe, Thermostat, Taster, Bewegungsmelder, usw.), die allerdings im Auslieferungszustand noch keine „Intelligenz“ besitzen, d.h. dem Taster muss erst einmal vermittelt werden, welches Licht er schalten soll. Diese sogenannte „Integration“ ist komplex und besonders zeitaufwändig. Dabei ist die Programmierung eines Tasters, der nur ein Licht schalten soll, relativ einfach; wenn der eine Taster jedoch im Haus alle Lichter ausschalten, alle Jalousien herunterfahren und die Heizung drosseln soll, sind bereits fundierte Integrationskenntnisse nötig. Für komplexe Abläufe, wie z.B. Anwesenheitssimulationen oder die Sonnenstandsnachführung einer Jalousie werden bereits sehr erfahrene Systemintegratoren benötigt.
ambiHome bietet erstmals eine bereits fertig programmierte und projektspezifische Smart Home Lösung als Gesamtsystem an, die – ohne Integration und Programmierung – nur noch vom Elektroinstallateur eingebaut wird und anschließend sofort betriebsbereit ist. Die Grundidee von ambiHome ist dabei die Standardisierung eines immer wiederkehrenden, ähnlichen Prozesses und die enge Verzahnung von eigener Hardware mit darauf zugeschnittener Software. Da die Systemintegration vollständig automatisiert ist, werden sowohl Komplexität als auch Preis gegenüber herkömmlichen Haussteuerungssystemen erheblich reduziert.
Die ständige Weiterentwicklung von ambiHome garantiert dem Nutzer zukunftssichere Technik. Neue Funktionen werden auf Wunsch automatisch und gesichert auf bereits bestehende Installationen übertragen – so profitiert der Nutzer auch in Zukunft von neuen Entwicklungen und alle Systeme bleiben stets auf dem neuesten Stand der Technik.

Kannst du noch mal euer Alleinstellungsmerkmal gegenüber den vielen anderen Systemen herausstellen?

ambiHome ist das einzige am Markt verfügbare Smart Home System, das bei Auslieferung bereits fertig programmiert und integriert ist - und trotzdem individuell auf den Kunden zugeschnitten!
Aus einer reinen Funktionsbeschreibung (was möchte ich im Haus machen?) des Kunden wird der komplette Ablauf bei ambiHome - von der Angebotserstellung und Konfektionierung der Ware über die Systemintegration bis hin zur Erstellung der Visualisierung für den Endkunden- vollständig automatisiert abgewickelt. Dies macht eine Gesamtlösung zum ersten Mal einfach und preiswert.

Okay, hört sich vielversprechend an. Und wie funktioniert euer Geschäftsmodell?

ambiHome verkauft keine Einzel-Produkte oder Komponenten, sondern nur fertige, vollständig integrierte Gesamtlösungen auf Hard- und Software. Dies erschwert einen Preisvergleich (jedes System ist ja maßgeschneidert und individuell) und erlaubt gleichzeitig eine Wertschöpfung über das Gesamtsystem für alle Beteiligten.
Das Geschäftsmodell skaliert dabei beliebig durch die automatisierte Abwicklung der Projekte - dies hält nicht nur den Preis günstig, sondern erlaubt auch eine massenmarkttaugliche Fertigung. Egal ob ambiHome 1, 100 oder 1.000 Systeme fertigen muss, durch den hohen Automatisierungsgrad können beliebig viele Systeme in kurzer Zeit ausgeliefert werden.

Kann ich als Endkunden ein System direkt bei euch bestellen?

Leider nein, ambiHome ist ausschließlich im B2B-Markt tätig, da das System von einem Elektriker eingebaut werden muss. Auch wenn der Endkunde für ambiHome begeistert werden muss, werden zunächst folgende Zielgruppen adressiert:
Elektroinstallateure: Im privaten Haus- und Wohnungsbau werden 99 % aller neu errichteten Gebäude noch immer mit einer herkömmlichen Elektroinstallation ausgestattet. Elektroinstallateure genießen bei ambiHome hohe Margen und können sich dem neuen Markt einfach anpassen.
Projektentwickler: Große Objekte bieten einen hohen Umsatz bei vergleichsweise geringem Aufwand. Durch die bereits erfolgte Verknüpfung der ambiHome-Lösung mit Social Media-, Verwaltungs-, und Service-Diensten entsteht ein erheblicher Mehrwert für den Objektverwalter und den Bewohner.
Unternehmen der Fertighausindustrie, sowie Elektrogroßhändler bieten durch hohes und wiederkehrendes Auftragsvolumen ebenfalls einen guten Multiplikationseffekt und werden von ambiHome adressiert.

Und wo steht ihr mit eurem Unternehmen und dem System aktuell?

ambiHome verfügt bereits über ein fertig entwickeltes Gesamtsystem, das im Markt erprobt und eingeführt ist. Mit vielen Partnern in der Fertighausindustrie, in der Projektentwickler-Szene und im Großhandel ist die Pipeline mit Aufträgen gut gefüllt.
Kooperationen mit Stadtwerken, die ja oft in Neubauprojekten involviert sind, könnte eine weitere gute Grundlage dafür sein, Smart Home Systeme in wirklich jeden Neubau zu bringen. Denn ein Neubau mit einer klassischen, "70 Jahre alten Elektroinstallation" ist eigentlich ein Altbau!

Seed-Phase (vor Gründung)
StartUp-Phase (Unternehmensgründung)
Go-to-market (Markteinstieg)
Growth-Phase (Wachstumsphase)
Later-Stage

Roman, vielen Dank für die ausführliche und sehr verständliche Vorstellung. Ich bin mir sicher, dass ihr auf einem guten Weg seid.
Wie du auch als Projektidee festgehalten hast, sucht ihr zum einen Energieversorger, die Interesse daran haben, euer Produkt um Komponenten wie PV, Wärmepumpe und Smart Meter zu erweitern und im Anschluss z.B. als Contracting-Lösung anzubieten. Zum anderen seid ihr offen für strategische Partnerschaften zur gemeinsamen Verbreitung eures Systems.



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