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... innovative Startups im Interview

13.11.2017 / von energieloft, Florian

Payuca ist das Startup der Woche 46. Entspannt parken in privaten Garagen.

Zeitraubend, anstrengend und umweltschädlich: das Parkplatzproblem in urbanen Räumen. Wen betrifft es nicht? Die wenigsten. Die Situation wird zudem verschärft durch zunehmende Urbanisierung und eine steigende Fahrzeugdichte. Das Startup PAYUCA aus Wien schafft neuen, digital einfach zugänglichen Parkraum mit einem innovativen Ansatz. Andreas Lichtl, Managing Partner bei PAYUCA hat uns im Interview erklärt, wie dieser Ansatz funktioniert.
Andreas, kurz und prägnant, was macht PAYUCA?

PAYUCA verbindet Autofahrer mit privaten Garagen und bietet so weitere Parkmöglichkeiten abseits der Straße an.

Okay, verstehe. Und wie funktioniert euer System? Insbesondere würde mich interessieren, wie der Parkplatzsuchende Zugang zu einer Garage bekommt.

PAYUCA agiert sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich. Für den B2C Bereich bietet PAYUCA eine App und eine innovative Hardwarelösung an, mit der private Garagen erschlossen werden. Dazu installieren wir unser Zutrittssystem in den Garagen, welches via GSM mit dem Internet verbunden ist.
Autofahrer können bequem und einfach über die PAYUCA App freie Garagen lokalisieren und ansteuern. Sobald sie vor der Garage stehen, reicht ein Klick in der App und das Garagentor öffnet sich via Bluetooth. Einfach hineinfahren, auf einem PAYUCA Parkplatz parken und die Garage verlassen - eine Parkdauer muss nicht angegeben werden, abgerechnet wird, sobald der Parkprozess beendet wurde.
Für Elektrofahrzeuge bietet PAYUCA in ausgewählten Garagen außerdem E-Ladestationen an, sodass das Fahrzeug während dem Parkvorgang direkt geladen werden kann.

Damit wir den gesamten Prozess abdecken können, bietet PAYUCA auch eine Garagenmanagementsoftware an, den Garagen Manager. Mit diesem SaaS-Produkt ermöglichen wir Hausverwaltungen eine effiziente Verwaltung ihrer Garagen. Dadurch, dass all unsere Zutrittssysteme mit der Cloud verbunden sind, kann PAYUCA die gesamte Zutrittsverwaltung digitalisieren. Zutrittsberechtigungen können zu jeder Zeit gewährt und zurückgezogen werden - eine physische Übergabe eines Schlüssels oder Kautionen werden damit obsolet.

Ihr seid ja nicht die Einzigen in diesem Markt, daher die Frage an dich, mit welchem Alleinstellungsmerkmal ihr euch von anderen Anbietern differenzieren wollt?

Wir unterscheiden uns maßgeblich durch unser entwickeltes Zutrittssystem. Im Vergleich zur Konkurrenz ist PAYUCA das einzige Unternehmen, welches eine vollständige Fernwartung ermöglicht und zeitgleich auch offline via einem NFC-Tag erreichbar ist. Zusätzlich ist der PAYUCA Garagen Manager ein einzigartiges Tool, welches es in dieser Form noch nicht am Markt gibt. Unser Zutrittssystem und der Garagen Manager ermöglichen es uns, die gesamte Tätigkeitskette von der Verwaltung, über die Auslastung bis hin zur Abwicklung der Zahlung und Abrechnung durchführen zu können. PAYUCA bietet all diese Services aus einer Hand.

Das hört sich wirklich stark an. Aber beim Parken besteht ja auch immer die Frage nach den Kosten. Zu welchen Kosten kann ich Parkplätze über PAYUCA nutzen und was bleibt für mich als Garageneigentümer hängen?

Parken bei PAYUCA kostet momentan € 1,80 pro Stunde, dadurch sind wir günstiger als die meisten Kurzparkzonen. Die Einnahmen in einer Garage werden monatsweise mit einem Revenue Share von 50:50 zwischen PAYUCA und den Garageneigentümern aufgeteilt.

Der Garagen Manager wird mit einem SaaS Modell angeboten, bei dem PAYUCA für jeden verwalteten Parkplatz eine geringe Gebühr erhebt. Dadurch, dass der Garagen Manager laut Rücksprache mit unseren Partnern bis zu 50% der Verwaltungszeit einspart, können Unternehmen hohe Opportunitätskosten vermeiden und die Kosten im Unternehmen zusätzlich senken.

Kannst du den Markt, den ihr adressiert, noch etwas genauer umreißen?

Wir bewegen uns im Markt der Kurzzeitparkplätze und der Immobilienverwaltungssoftware. Hier haben wir ein massives Angebotsdefizit erkannt - auf öffentlichen Straßen lässt sich nur schwer ein freier Parkplatz finden, zeitgleich stehen bis zu 30 % der privaten Garagenstellplätze (in Wien und vergleichbaren anderen Großstädten) regelmäßig leer. Wir möchten daher die Autos von der Straße holen, unseren Kunden die nervtötende Zeit bei der Parkplatzsuche ersparen und zeitgleich einen Mehrwert für das Leben in der Stadt bieten - weniger Fahrzeuge am Straßenrand.

In Betracht des Garagen Managers haben wir ein ähnliches Effizienzdefizit erkannt. Garagen werden nämlich von vielen Hausverwaltungen ähnlich wie Wohnungen verwaltet, teilweise dominieren in dieser Verwaltung noch umfangreiche und unübersichtliche Excel-Listen. An dieser Stelle soll der Garagen Manager Abhilfe verschaffen und die Verwaltung erleichtern.

Und wo steht ihr gerade beim Markteintritt?

Wir haben bereits 30 Garagen ausgestattet und die größten Player im Immobilienmarkt als Partner akquirieren können. Während unserer Testphase, die noch bis Anfang 2018 laufen soll, haben wir mehr als 1.200 registrierte Nutzer und rund € 30.000 an Umsatz generieren können - ganz ohne Marketing.
Zusätzlich konnten wir weitere wertvolle Partnerschaften schließen, die uns unter anderem Zugang zu E-Ladestationen, weiteren Garagen und Hardwarelösungen ermöglichen.
Auch das öffentliche Interesse konnten wir mit zahlreichen Preisen und Nominierungen beweisen - wir sind auf dem besten Weg.

Seed-Phase (vor Gründung)
StartUp-Phase (Unternehmensgründung)
Go-to-market (Markteinstieg)
Growth-Phase (Wachstumsphase)
Later-Stage

Andreas, eine wirklich gute Idee. Wir wünschen euch viel Erfolg beim Abschluss der Testphase. Wie du auch als "Projektidee" festgehalten hast, habt ihr Interesse auch an Kooperationen mit Energieversorgern oder allgemein Anbietern von Ladeinfrastruktur, mit denen ihr nicht nur das Parken, sondern auch das Laden von E-Autos in Garagen ermöglichen wollt.



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